Was ist eigentlich "Native Advertising"?

Seit Mitte des vergangenen Jahres schallt immer öfter der Begriff “Native Advertising” aus der Online-Welt nach außen und sorgt bei so manchem Marketer für Verwirrung. Nicht ganz zu Unrecht, da die neue Bezeichnung eng mit dem bereits hinlänglichen bekannten Content Marketing verwoben ist.

Eine treffende Definition gibt Dan Greenberg, CEO der Plattform Sharethrough, gegenüber Mashable. Laut ihm sei Native Advertising “a form of media that´s built into the actual visual design and where the ads are part of the content.” Zu Deutsch: Native Advertising sei eine Form von medialen Inhalten, welche in das optische Erscheinungsbild [des jeweiligen Mediums] eingebunden und bei der die Werbung Teil des Inhalts sei.

Diese Definition erinnert Sie an eine andere, bereits bekannte Werbeform? Ganz richtig: In seiner Ausrichtung und Umsetzung ist das Native Advertising eng verwandt mit dem Advertorial. Einige Marketer sind sogar der Meinung, der Begriff beschreibe lediglich eine Anpassung des Advertorials auf neue Umstände und verändertes Nutzerverhalten.

Doch genau dieser Punkt, das Nutzerverhalten, erhält durch die Verwendung des Begriffes “Native Advertising” eine neue Gewichtung, wodurch sich auch die Methodik ändert. Nun werden Inhalte – ob Video, Audio, Bild oder eine Kombination aus diesen – dergestalt in das sie tragende Medium eingebunden, dass der Nutzer diese ohne Unterbrechung seines gewöhnlichen Handelns aufnehmen und verwenden kann.

So fasst Ian Schafer, CEO von Deep Foucs, gegenüber Mashable zusammen: Native Advertising sei “Advertising that takes advantage of a platform in the ways consumers are actually using it.” Übersetzt: Native Advertising nutzt die Vorzüge einer Plattform so, wie auch Nutzer sie nutzen. Damit stehen Werbeträger und Nutzer auf einer Stufe: Beiden stehen auf der jeweiligen Plattform oder im jeweiligen sozialen Netzwerk die gleichen Mittel zur Verfügung. Beiträge erhalten positive Signale, wenn sie den Nutzern gefallen, sie werden geteilt, wenn sie einen Mehrwert erkennen lassen, und durch Kommentar- und ähnliche Funktionen kann eine direkte Kommunikation geschaffen werden.

Verstärkt wird dieses Vorgehen dann, wenn für die Veröffentlichung des Inhaltes ein gewöhnlicher User-Account verwendet wird. Dieser kann extra eröffnet werden, oder es wird ein Dritter genutzt (z.B. eine erfolgreiche Facebook-Fanseite oder ein Blog-Betreiber), welcher für das Posten des Inhaltes ggf. eine Bezahlung erhält.

Ebenso ist es jedoch möglich, Ihren Unternehmensaccount zu nutzen, um die Inhalte mit Hilfe von sponsored Tweets/ sponsored Trends, sponsored Facebook Updates, promoted
YouTube Videos, … zu kommunizieren. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie diese an die User Experience der jeweiligen Plattform anpassen: Diese ist bei Facebook anders als bei Twitter, bei Google+ anders als bei Pinterest oder LinkedIn usw.

Hier benötigt es eine gute Kenntnis der Inhalte, welche auf den jeweiligen Plattformen gut angenommen und geteilt werden. Der Übergang zwischen gesponsorten Inhalten und digitalem Umfeld sollte in Thema, Stil, Ausrichtung, Format, nahtlos sein. Nur so ist die User Experience innerhalb des jeweiligen Netzwerkes konstant und Nutzer nehmen Ihre Werbeinhalte ebenso gut an, wie jeden anderen Post auch. Und dies führt für Sie bei vergleichsweise geringem Budget und hoher Klickzahl zum Erfolg.


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