Traffic-Verlust! Was ist zu tun?

Ein alltägliches Szenario: Über eine lange Zeit baut man sich eine Webseite auf, gewinnt Besucher die über direkte Aufrufe, verweisende Links oder über die Suchmaschinen kommen. Über lange Zeit gesehen steigt der Traffic immer weiter, die Webseite verdient immer mehr Geld. Doch dann der Tag des Grauens: Der Traffic bricht ein! Die Besucher bleiben weg, der Umsatz schießt Richtung Keller. Ab jetzt zählt jeder Schritt, welcher zuvor aber gründlich durchdacht werden sollte.

Wenn der Traffic auf einer Webseite einstürzt, gibt es viele Ursachen die als Grund in Betracht kommen. Wieso der Traffic eingestürzt ist, ist erst einmal unklar. Um richtig zu handeln, muss man sich aber erst einmal einen Überblick darüber schaffen, was genau passiert ist.

Analyse: Woher kam der Traffic

Wenn ich eine Webseite betreibe, kenne ich meine Besucher und weiß auch, woher diese kommen. Denn mindestens einmal pro Woche setze ich mich hin und schaue, wie sich mein Traffic entwickelt hat, woher dieser kommt, wie lange die Besucher auf meiner Webseite bleiben und wo diese wieder abspringen. Nur so kann ich meine Webseiten optimieren – für Google und natürlich für meine Besucher.

Bleibt mein Traffic aus, muss ich erst einmal schauen, warum er ausgeblieben ist. Eine mögliche Ursache: Die direkten Aufrufe meiner Webseite sind ausgeblieben. Direkte Aufrufe sind Nutzer, die die URL direkt in den Browser eingegeben haben oder die Seite via Browser-Bookmark geöffnet haben.

Die direkten Aufrufe

Um zu schauen, ob sich die direkten Aufrufe meiner Webseite geändert haben, muss ich natürlich erst einmal wissen, wie viele Besucher mir ungefähr fehlen. 100? 200? oder deutlich mehr. Gehen wir mal von einem Beispiel von 400 Besuchern aus. 400 Besucher, die mir täglich fehlen. Um zu sehen, wie hoch die Zahl des eingestürzten Traffics ist, muss ich in Google Analytics meine Besucherzahlen aufrufen. Schon bekomme ich ein Diagramm, welches mir zeigt, wie meine Besucher weniger geworden sind.

Verlust von Traffic

Nun schaue ich, ob es an den direkten Seitenaufrufen gelegen haben kann. Dazu muss man wissen, dass der Traffic-Verlust in meinem Beispiel am 24. April 2013 eingetroffen ist. Nun navigiere ich in Google Analytics in “Besucherquellen”, klicke dann auf “Quellen” und anschließend auf “Direkt”. Nun sehe ich, wie viele Besucher am Tag über die Direkteingabe der URL auf meine Seite gekommen sind.

Traffic sinkt: Direkte Aufrufe der Webseite

Da haben wir ja schon den Grund gefunden, oder? Falsch. Natürlich sind die direkten Aufrufe nicht der alleinige Grund für den geringen Traffic. Oder sagen wir, die direkten Aufrufe sind zwar deutlich weniger, aber nicht in dem Ausmaße, wie der gesamte Traffic, der mir eingebrochen ist. Wie gehen wir nun also weiter vor. Vielleicht liegt es ja an den Besuchern, die auf einer anderen Webseite auf einen Link klicken und so auf meine Seite gelangen.

Besucher über verweisende Webseiten

Um die Anzahl der Besucher herauszufinden, die über Links auf meine Webseite kommen, schaue ich in Google Analytics in die Besucherquellen “Verweise”. Nun sehe ich die Anzahl der Besucher, die auf dritten Webseiten auf Hyperlinks klicken.

Verweisende Links: Kein Verlust von Traffic

Wie man sieht, habe ich an den Besuchern, die über Links auf meine Webseite kommen, keinen Traffic verloren bzw. ist die Anzahl im normalen Bereich. Nun kann es also nur noch ein Grund sein, weshalb mein Traffic ausbleibt: Über die organische Suche von Google. Mein geliebter SEO-Traffic, den ich mir über lange Zeit hart erarbeitet habe.

Mein SEO-Traffic ist eingebrochen!

Man ahnt es schon: Wer sich die Diagramme angeschaut hat wird jetzt wissen was kommt: Mein SEO-Traffic ist eingestürzt. Das folgende Diagramm zeigt das Dilemma.

Starker Verlust des SEO-Traffics

Das ist natürlich schon ein starkes Stück, wenn man sich die vorherigen Besucherzahlen mal anschaut und schaut, wie viele davon übrig geblieben sind. Der SEO-Traffic, auf den ich monatelang hingearbeitet habe, bleibt also aus. Doch warum eigentlich?

Warum der SEO-Traffic weniger wird

Auch hierfür gibt es mehr als nur einen Grund. Es muss nicht immer das Ranking sein, welches eingestürzt ist. Allerdings ist es dass in den meisten Fällen. Doch es gibt noch einige andere Gründe, die ich für wichtig halte und kurz aufzählen möchte:

  • Snippet geändert
    Wenn man das eigene Snippet (Title und Description) ändert, kann es sein, dass die Besucher nicht mehr drauf klicken und die Seite nicht mehr Besuchen, weil das Snippet nicht mehr das interesse weckt.
  • Sommerloch / Saisonbedingt
    Natürlich kann es auch sein, dass der Search-Traffic bei guten Wetter sinkt, weil weniger Leute vor dem Computer sitzen und sich lieber draußen aufhalten. Auch der Saisonbedingte Traffic sollte bedacht werden.
  • Google Einbindungen
    Google bindet immer mehr eigene Features ein, wie zum Beispiel die Wetter-Anzeige (Suchanfrage “Wetter” auf Google.de). Das kann auch eine mögliche Ursache des SEO-Traffic-Verlustes sein
  • Ereignisse sind vorbei
    Manche Webseiten ranken besonders gut auf Suchanfragen zu bestimmten Ereignissen (Beispiel: Weltmeisterschaften, etc). Sobald diese vorbei sind, werden auch die Suchanfragen weniger und somit auch der Traffic.

Natürlich gibt es noch viele weitere Gründe, wieso der SEO-Traffic gefallen sein kann. Alle jetzt aufzuführen, wäre für die Kernaussage des Beitrags suboptimal. Doch wie gehen wir jetzt weiter vor, wenn wir merken: “Der SEO-Traffic ist verloren”?

Sind die Rankings gefallen?

Als erstes schauen wir natürlich, ob sich irgendwelche Rankings verändert haben. Dazu schauen wir in die SEO-Tools, die uns zur Verfügung stehen. Empfehlen kann ich aus eigener Erfahrung folgende:

  • SISTRIX Toolbox
  • Xovi
  • Searchmetrics

Das sind die drei Tools mit denen ich sehr gerne arbeite und in die ich regelmäßig schaue. Doch wie kann ich erkennen, ob meine Rankings gefallen sind? Indem ich es Live überprüfe. Ich schaue mir an, auf welchen Keywords ich gerankt haben oder noch ranken soll. Die Suchanfrage gebe ich in einen jungfräulichen Browser (keine Cookies, kein Google Login, etc) ein und schaue, ob die Platzierung stimmt.

Diesen Schritt mache ich mit einigen Keywords. Bin ich nicht auf den vordersten Plätzen zu sehen, wie es mir das SEO-Tool anzeigt, muss etwas im argen sein. Dann heißt es: Warten auf die nächsten Werte des Tools, um zu sehen, wie sich andere Keywords verhalten haben. Habe ich die Daten, schaue ich natürlich, was passiert ist.

Penalty, Panda, Penguin, manuelle Abstrafung?

Jetzt kommt es drauf an, zu erkennen, was vorliegt: Vielleicht eine algorithmische oder doch eine manuelle Abstrafung? Ist die Seite Opfer eines Panda- oder Penguin-Updates geworden? Oder liegt es vielleicht an etwas ganz anderem. Das gilt es herauszufinden. Wie man den Grund herausfindet, beschreibe ich aber nicht in diesem Artikel. Dann wäre der Beitrag nämlich viel zu lang und würde nicht mehr das aussagen, was ich eigentlich möchte.

Der direkte Traffic und die Verbindung zum SEO-Traffic

Laut unserer Beobachtung sind direkte Aufrufe und SEO-Traffic gesunken. Doch steht das in irgendeiner Verbindung? Natürlich tut es das! Nicht jeder suchende klickt auch auf ein Snippet bei Google, sondern kopiert sich einfach die die grüne URL in den Suchergebnissen in den Zwischenspeicher und fügt diese dann in die Browserzeile an. Das macht dann einen Besucher mit direktem Einstieg.

Copy&Pase: Aus einem suchenden wird ein direkter Besucher

Copy&Pase: Aus einem suchenden wird ein direkter Besucher

Das bedeutet, dass man nicht zwingend auch an direktem Traffic verloren hat, wenn man es in Google Analytics sieht, denn ich sehe einen Teil des direkten Traffics auch als Search-Traffic. Nur das einige Personen nicht auf das Snippet geklickt haben, sondern die URL kopiert und im Browser eingefügt.

Doch was wäre wenn… ?

Als letztes möchte ich ein wenig auf die Wenn-Fälle eingehen, also was man tun müsste, wenn nicht der SEO-Traffic abgestürzt wäre, sondern doch der direkte Traffic oder sogar der Traffic, der über Links von dritten Seiten zustande gekommen war.

…der direkte Traffic eingestürzt wäre?

Dann gäbe es gar nicht mal so viele Dinge, die man machen könnte. Schließlich kann man die Menschen nicht dazu zwingen, die eigene URL direkt im Browser aufzurufen. Das einzige, was man an dieser Stelle machen könnte, wäre versuchen das Branding zu steigern, also durch gewissen Marketing-Aktionen die Bekanntheit der Domain zu erhöhen.

Außerdem könnte man die Nutzer dazu bringen, die eigene Seite in den Bookmarks zu speichern. Allerdings muss man hier einen Grund bieten, die Seite für so gut zu halten, dass der Nutzer wiederkommen möchte.

…der Traffic aus verweisenden Webseiten eingestürzt wäre?

Wenn der Traffic von verweisenden Webseiten einstürzt, liegt es daran, dass die Leute nicht mehr auf einen Link klicken. Das kann dann passieren wenn:

  • Die Seite mit dem Link nicht mehr aufgerufen wird
  • Der Link entfernt wurde
  • Die Position des Links geändert wurde

Herausfinden, von wo der Traffic kam

Damit wir den Grund finden können, müssen wir erst einmal schauen, wo genau der Traffic herkam, also von welcher Quell-Webseite. Dazu navigieren wir in Google Analytics auf “Besucherquellen”, klicken auf den Navigationspunkt “Quellen” und anschließend auf “Verweise”. Dort sehen wir nicht nur, wie viele Besucher wir über verweisende Webseiten bekommen haben, sondern auch, woher diese gekommen sind.

Google Analytics: Traffic aus verweisenden Webseiten

Mit einem Klick auf die einzelne Quelle können wir außerdem sehen, wie der Traffic-Verlauf der vergangenen Tagen und Wochen der einzelnen Quellen war. So lässt sich natürlich auch einsehen, wenn der Traffic aus einer einzigen Seite abgestürzt wäre.

Wenn mehrere Links auf einer Quelle bestehen und über diese verschiedenen Links Traffic generiert wird, können wir das in der “Domain-Detail”-Seite übrigens einsehen. So lässt sich auch verfolgen, wo genau der Traffic eingebrochen ist, da man noch eine Ebene tiefer gehen und somit in eine spezielle URL gehen kann.

URL gefunden. Was nun?

Wenn die URL, die für den Traffic-Einbruch verantwortlich ist, gefunden wurde, muss man sich nur noch auf die Ursachensuche machen. Wenn ich selber dort einen Link platziert habe, kann ich direkt sehen, ob dieser vielleicht entfernt oder verändert wurde, oder möglicherweise die Position gewechselt hat, wo er nun nicht mehr so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Habe ich meinen Link dort nicht platziert und ist es ein freiwilliger Backlink, muss ich schauen, ob sich die Seite verändert hat (Google Cache) oder ob die Seite überhaupt nicht mehr aufgerufen wird. Folgend einige Gründe, weshalb eine Seite nicht mehr aufgerufen wird:

  • Die Unterseite ist intern nicht gut verlinkt, Leser finden schlecht zu ihr
  • Die Unterseite rankt auf saisonale Keywords
  • Die Unterseite rankt überhaupt nicht

Diese und mehr Szenarien muss man erst einmal untersuchen, bevor man handeln kann. Ist die Seite intern zu schlecht verlinkt, könnte man – je nach Webseite – den Betreiber der Webseite auch darauf hinweisen.

Rankt die Unterseite zu saisonalen Keywords, weil es sich auch um ein solches Thema handelt, muss man leider wieder bis zur nächsten Saison abwarten. Anders sieht es dagegen aus, wenn eine Seite überhaupt nicht rankt: Hier kann man nämlich selber ein wenig nachhelfen und die Seite ab und zu mit Backlinks versorgen. Natürlich sind Backlinks keine Wunderwaffe im SEO, dennoch gelten sie aber zu den wichtigsten Rankingfaktoren. Im ersten Augenblick mag man sich denken: Wieso soll ich den Traffic auf einer fremden Webseite durch Suchmaschinenoptimierung steigern? Dennoch profitiert man selber davon, wenn die Besucher auf die eigene Seite kommen.

Fazit

Ein sehr langer Artikel, in dem ich beschreibe, wie man einen Trafficeinbrüche feststellt und die Fehlerursachen lokalisieren kann. Natürlich kann man bei den entsprechenden Fehlerursachen auf die verschiedenste Arten handeln und reagieren, was aber auch zu unterschiedlichen Resultaten führen kann. Bevor man jedoch handelt, sollte man auf Nummer sicher gehen, warum der Traffic eigentlich eingebrochen ist.


» Wie Ihre Webseite barrierefrei wird
» Wie Sie mit guten Titeln Leser fesseln und höher konvertieren