Seitenladegeschwindigkeit als Rankingfaktor

Die Seitenladezeit ist mittlerweile ein wichtiger Faktor in einigen Bereichen geworden: unter anderem in der Conversion-Optimierung: Zu lange Ladezeiten drücken die Conversion-Rate nach unten. Aber auch im SEO ist die Ladegeschwindigkeit ein Rankingfaktor: Schon länger sagt Google den SEOs, dass man die Seite für die Besucher und nicht für die Suchmaschinen bauen soll. Und der Nutzer möchte nicht lange auf eine Webseite warten, da er ansonsten schnell wieder verschwindet. Also ist das verringern der Ladezeiten angesagt, was in vielen Fällen gar nicht mal so einfach ist.

Seitenladegeschwindigkeit ist aber nicht gleich Seitenladegeschwindigkeit. Hier unterscheidet Google zwischen zwei verschiedenen Arten: Die Auslieferung der reinen HTML-Seite und die Auslieferung der gesamten Webseite inklusive Bilder, Scripte und alles das, was eben auf der Webseite integriert ist.

Auslieferung der reinen HTML-Seite

Die reine HTML-Seite sollte recht schnell ausgegeben sein. Ein guter Wert liegt hier unter 500 Millisekunden, den ein Server für die Auslieferung benötigen sollte. Dies hat aber wenig mit dem Ranking zu tun, denn was nützt es dem Nutzer, wenn die HTML-Seite innerhalb weniger Millisekunden aufgebaut ist, die Bilder aber nicht sieht und diese sehr lange zum nachladen benötigen?

Das einzige, was ein zu hoher Wert der Auslieferung von der reinen HTML-Seite anrichten kann, ist dass der Google Crawler eure Seite nicht intensiv genug crawled und auch nicht weiter in tiefere Strukturen vorstößt.

Wer die eigenen Daten einsehen möchte, muss seine Webseite in den Google Webmastertools eingetragen haben. Dort findet man die Statistiken unter “Status” und anschließend auf “Crawling-Statistiken”.

Ladezeit der reinen HTML-Datei

 

Webseiten-Leistung

Was wirklich mit ins Ranking einfließt ist die Webseiten-Leistung, also die Dauer, die eine Webseite für den gesamten Aufbau inklusive Bilder, Scripte und allen anderen eingebundenen Daten, benötigt. Diese Werte nimmt Google fürs Ranking, weil sie mehr aussagen als das herunterladen einer reinen HTML-Datei: Dem Nutzer werden auch Bilder angezeigt, die wiederum lange Zeit zum Laden benötigen. Und da dies nicht gerade Benutzerfreundlich ist, schaut sich Google diese Daten genauer an.

Eine Angabe dazu finden wir ebenfalls in den Webmastertools von Google: Unter “Google Labs” und anschließend unter “Website-Leistung” finden die Ladezeit, die ein komplettes Dokument samt Inhalt benötigt.

Seitenladezeit als Rankingfaktor

 

Hier gibt Google eine Linie vor, die sich auf 1,5 Sekunden befindet. Hier liegt auch der Unterschied zwischen Langsam und Schnell: Alles was sich unter 1,5 Sekunden Ladezeit befindet ist Schnell, alles was sich darüber befindet ist Langsam.

Um die Seite zu optimieren bietet Google das eigene Tool “PageSpeed” an, mit dem sich die Webseiten-Leistung verbessern lässt. Das Tool arbeitet nicht automatisch, grast die Webseite aber nach diversen Faktoren ab, die eine Webseite in der Ladezeit bremsen. Anschließend gibt es Tipps, die umgesetzt werden.

Wer die Ladezeit der eigenen Webseite verbessern möchte, kann die folgenden Tipps anwenden, die oft der Grund für lange Ladezeiten sind.

1) Bilder optimieren

Einer der häufigsten Fehler sind nicht optimierte Bilder: Sie sind zu groß im Maß, werden skaliert und brauchen lange zum laden. Optimierte Bilder dagegen werden auf das benötigte Maß zugeschnitten, haben eine kleine Dateigröße und laden daher schnell.

2) Zu viele Stylesheets

Eine Stylesheet reicht vollkommen aus, um die Webseite ordentlich darstellen zu lassen. Mehrere Stylesheets bedeuten immer, dass diese auch geladen werden müssen und eine Anfrage an den Server darstellen. Mein Tipp: Wenn möglich, nur eine Stylesheet für die Webseite benutzen!

3) Zu viele Scripte

JavaScript ist schon was tolles – für das Auge! Aber wer zu viele Scripte auf seiner Seite einbindet, verlangsamt diese. Wer viele Scripte benötigt, dem empfehle ich die benötigten Scripte zusammenzufassen und erst am Ende der Webseite – kurz bevor dem abschließenden Body-Tag – laden – wenn möglich!

4) Zu großer Quellcode

Der Quellcode ist das, was Google sieht und beinhaltet nicht nur den Text, sondern auch HTML-Elemente wie Div-Tags, Tabellen und allen anderen Inhalten. Je größer der Quelltext ist, desto größer ist auch die Dokumentengröße. Es kann daher schon einiges bringen, wenn der HTML-Quelltext auf das wesentliche und nötigste reduziert wird.

5) CSS reduzieren

Ein weiterer Faktor ist die Größe der Stylesheet (CSS), welche auch nur das nötigste beinhalten sollte. Sollte man auf seiner Seite nicht alle in der Stylesheet hinterlegten Klassen nutzen, sollte man diese auch entfernen, da sie die CSS-Datei größer machen und sie damit länger zum herunterladen benötigt.


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