Was bringt ein responsives Webdesign in Zeiten von Handy-Flatrates und Smartphones?

Webseiten, die sich an die Displaygröße der Nutzer anpassen (also responsive sind) haben derzeit Hochkonjunktur. Smartphones mit kleinen Bildschirmen machen es oft notwendig, den Inhalt anzupassen. Dafür muss nicht jedes mal eine neue Webseite erstellt werden sondern per .css werden die Ausgaben an die jeweilige Größe angepasst (mehr dazu => Wikipedia). Das macht trotzdem deutlich mehr Arbeit und erschwert die Entwicklung. Lohnt sich dieser Aufwand und bringen responsive Design Vorteile?

Keinen Vorteil bei Google

Für Google lässt sich die Frage leicht beantworten: responsive oder nicht machen keinen Unterschied.

Die Antwort von Google (in Form John Mueller von Google Schweiz) auf die Frage ob ein responsive Design Vorteile beim Ranking bringt, fiel relativ deutlich aus:

Derzeit unterscheidet Google keine Seiten auf diese Weise.
Es gibt vielleicht indirekte Auswirkungen (Smartphone-Nutzer, denen eine Seite im responsive Design gefällt und die sie anderen empfehlen), doch wir nutzen dies nicht als Ranking-Faktor.

Welche Vorteile hat es denn, ein komplexes responsive Design umzusetzen, wenn es im Ranking Bereich ohnehin keine Rolle spielt?

Ein Blick auf den Markt: Handy Flatrates und Datenprodukte boomen

Die Zahl mobiler User wächst stetig und es bleibt zu erwarten, dass sich dieser Trend so schnell nicht umkehrt. Im Smartphone- und Tablet-Bereich wird das mobile Surfen von unterwegs dank immer größerer Displays und schnellere Übertragungsraten immer komfortabler. Auch bei den Preisen sorgen sinkenden Kosten bei den Handy-Flatrates und Datentarifen (Preis-Details unter Handy Flat oder bei der Stiftung Warentest) dafür, das immer mehr Leute günstig online gehen können. Dazu kommen neuen Techniken wie LTE, die Surfen mit Geschwindigkeiten erlauben, die man sonst nur aus dem DSL Bereich kennt. Der Anteil von Zugriffen aus dem mobilen Bereich wird also zunehmen.

Responsive Designs richten sich genau an diese Gruppe von Nutzern. Sie sorgen dafür, das Inhalte besser lesbar sind, die Seiten unter Umständen schneller laden und das die Bedienbarkeit auch auf kleinen Bildschirmen ausreichend ist. Gerade bei Touchscreen sind ausklappbare Menüs und Untermenüse oft ein Probleme. Dies kann man verbessern, wenn man bei mobilen Zugriffen einen einfachere Struktur ausliefern und die Schriftgröße der Links erhöht. Grafiken werden in der Regel skaliert und an die Displaygröße angepasst um zu verhindern, dass die Seitenstruktur durch übergroß dargestellte Bilder zerstört wird. Nicht zuletzt kann an bestimmte Elemente mit Flash und anderen wenig kompatiblen Techniken im mobilen Bereich ausblenden.

Die Nutzerfahrung wird verbessert

Das alles ändert nicht an den Inhalten selbst, macht es aber für Besucher einfacher, die Inhalte zu erfassen und sich auf der Seite zu orientieren. Man verhindert mit responsiven Designs also schlechter Nutzerfahrungen mit der Seite und das Besucher genervt abbrechen, ohne gefunden zu haben wonach gesucht wurde. Der erhöht die Aufenthaltszeiten und bringt wiederkehrende Besucher.

Die Anpassung an mobile Endgeräte mag daher zwar bei Google keine Rankingvorteile bringen, beim Umgang mit den Nutzern ist sie aber trotzdem wichtig und hilft eine gute Seite aufzubauen, die auch von wiederkehrenden Besuchern gern genutzt wird. Das ist wichtig, denn nicht alle Besucher kommen von Google.


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