Betrug im Affiliate-Marketing

Affiliate-Marketing hat nicht nur etwas mit Marketing zu tun, sondern auch mit Geld: Während der Merchant Geld für Werbemittel und Provisionen ausgibt, verdient der Affiliate sein Geld mit Klicks, Leads und Sales. Und dabei ist Affiliate-Marketing auch denkbar einfach: Der Affiliate hat eine Webseite auf dem er Werbemittel für den Merchant setzt. Jedes mal, wenn jemand auf den Banner klickt, sich für den Newsletter anmeldet oder im Shop des Merchants etwas kauft, verdient der Affiliate seine Provision, wobei es je nach Unternehmen/Merchant darauf ankommt, wie hoch der Verdients ausfällt und für welche Aktion der Affiliate sein Geld verdient.

Doch wenn es um Geld geht, hören nicht nur Freundschaften auf, sondern auch das saubere arbeiten, was vom Merchant verlangt wird. Es gibt viele Tricksereien, um den Merchant zu betrügen und um das Geld trotz weniger bis gar keiner Arbeit zu verdienen. Ebenso gibt es aber auch genug Merchants, die ihre Affiliates nicht fair behandeln und willkürlich ausgesuchte Leads und Sales stornieren, die ehrlich erwirtschaftet und bezahlt wurden.

Betrug durch Affiliates

Wer von Betrügereien im Affiliate-Marketing ließt, denkt direkt immer an die bösen Affiliates, die den Merchants und somit den ganzen Markt betrügen um mit wenig Aufwand an das Geld zu kommen, oder eben um den Gewinn zu maximieren. Das Problem, was viele Pseudo-Affiliates haben ist, dass sich der vorhandene Traffic – sofern Traffic überhaupt vorhanden ist – nicht monetarisieren lässt. Es werden also keine Leads oder Sales durchgeführt, obwohl Besucher auf die Seite kommen. Das kann verschiedene Gründe haben:

  • Die Werbemittel / das Produkt ist nicht relevant für den Besucher
  • Der Besucher verlässt die Seite wieder zu schnell
  • Das Werbemittel ist ungünstig platziert
  • Das Produkt / der Dienst ist nicht interessant

Das sind die Hauptgründe dafür, wenn der Traffic kein Geld einbringt. Natürlich gibt es noch weitere Gründe, wieso sich Traffic nicht monetarisieren lässt, aber darum geht es in diesem Artikel nicht. Wer die Situation kennt, Traffic aber keinen Umsatz zu haben, kommt schnell auf die Idee, den Versuch zu starten, den Umsatz in die Höhe zu treiben. Da gibt es natürlich auch viele Möglichkeiten:

  • Cookie-Dropping
  • Brand-Hijacking
  • Adware / Software / Toolbars

Auch hier haben wir nur eine sehr kleine Auswahl an Möglichkeiten aufgezählt, mit der sich im Affiliate-Marketing betrügen lässt. Doch wie es auch bei den jeweiligen Möglichkeiten unterschiede gibt, so gibt es auch regionale Unterschiede. Denn während die die Tricksereien in Deutschland sich eher auf das droppen von Cookies oder das Hijacken beschränken, wird in den USA viel mehr mit Adware oder bestimmter Software gearbeitet, die den Nutzern untergejubelt wird.

Was kann den Betrügern passieren?

Nun, diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Jedes Netzwerk und jedes Inhouse-Partnerprogramm haben eigene Richtlinien und gehen mit Betrügern anders um. Es gibt Merchants, die Affiliates die sich nicht an die Richtlinien gehalten haben aus dem Partnerprogramm entfernen und die Provisionen einbehalten werden. Es gibt aber auch Merchants, die sich nicht darum kümmern und die Affiliates so lange Zeit auf der sicheren Seite sind. Natürlich gibt es auch die Merchants, die in den Geschäftsbedingungen eine Vertragsstrafe erheben, wenn ein Affiliate mit falschen Tricks Provisionen erzielt.

Betrug durch Merchants

Aber wie es auch Betrüger auf den Seiten der Affiliates gibt, so gibt es auch Betrüger bei den Merchants. Hier werden teilweise Provisionen zurückgehalten, überhaupt nicht verbucht oder eben andere Mittel angewendet, um sich einen eigenen Vorteil aus dem Affiliate-Marketing zu drehen. Hier geht es weniger um das verdienen von Geld als um das einsparen von Geldern, die eigentlich den Affiliates gutgesprochen werden müssten.

Ein großes Problem was ich kennenlernen musste ist, dass oftmals eine zwischengeschaltete Agentur die Affiliates betreut und diese Agentur versucht, mit faulen Tricks provisionen zu sparen, die man sich in die eigene Tasche stecken kann. So wird zum Beispiel aus einem Affiliate, der genug Sales oder Leads für die Premiumvergütung hat, ein normaler Affiliate, weil ihm die Premium-Provisionen nicht gutgeschrieben werden. Auch werden teilweise regulär erzielte Leads und Klicks storniert. “Überprüfen kann der Affiliate das eh nicht”, denken sich die entsprechenden Agenturen bzw. Merchants.

Eine kleine Übersicht der Möglichkeiten zum Betrug, die der Merchant anwenden kann möchten wir euch hier bieten.

  • Stornieren regulärer Leads und Sales
  • Premium-Provisionen nicht verrechnen
  • Boni nicht verrechnen
  • Nur stellenweises Tracken der Leads und Sales

Auch hier gibt es eine Liste, die man noch deutlich verlängern könnte. Aber auf jeden einzelnen Punkt muss man ja nicht eingehen, schließlich ist klar, wohin die Reise geht. Fakt ist, dass es auch seitens der Merchants schwarze Schaft gibt, die durch das Affiliate-Marketing zwar Leads und Sales generieren möchten, aber am liebsten dafür keinen Cent ausgeben wollen. Ein weiteres Problem ist, wenn eine Affiliate-Agentur dazugerufen wird.

Das Problem mit den Agenturen

Eins vorweg: Ich habe nichts gegen Affiliate-Agenturen oder Unternehmen, die ihre Arbeit outsourcen. Aber ich als Affiliate habe etwas dagegen, wenn ein Affiliate nicht für seine Arbeit entloht wird. Es gibt Unternehmen, die sich nicht selber mit dem Affiliate-Marketing auseinandersetzen, sondern eine spezialisierte Agentur dazuholen, von der die kompletten Arbeiten übernommen werden. Das Unternehmen selber zahlt nur noch die entsprechenden Kosten. Soweit so gut. Aber weiß ein solches Unternehmen eigentlich, was die Agentur genau macht oder ob die Agentur die Arbeit auch richtig macht? Nicht selten kommt es vor, dass die Agentur Geld für die entrichtete Arbeit vom Unternehmen bekommt, gleichzeitig sich aber die Taschen füllt.

Ein gutes Beispiel lässt sich auf Linkmafia.org nachlesen. Dort geht es darum, dass eine Agentur die Leads und Sales in den Firmen-Account umbucht. Funktionieren tut das ganze so: Der Affiliate bekommt ein Werbemittel bzw. ein Link, der auf eine Seite (zum Beispiel in einem Shop) linkt. Der Affiliate denkt natürlich, dass sein Cookie gesetzt wird und er durch seinen Link Geld verdienen kann. Die Seite aber, auf die der Affiliate verlinkt, ist bis auf einen Button mit der Beschriftung “Hier geht es in den Shop” komplett leer. Doch warum sollte der Nutzer auf den Button klicken? Wieso soll der Affiliate nicht direkt in den Shop verlinken? Nun, weil wenn der Besucher auf den Button klick, wird die Partner-ID des Affiliates gegen die der Agentur ausgetauscht. Und schon hat sich die Agentur wieder etwas nebenbei verdient.

So muss das ganze natürlich nicht laufen, weil es noch deutlich mehr Stellen gibt, an denen die Agenturen nur an den Affiliates Geld verdienen können. Betrogen wird dabei auch nicht nur der Publisher, sondern auch das Unternehmen, welches die aktivitäten der Agentur bezahlt.

Eine Lösung: Kommunikation

Ich persönlich stehe mit meinen Merchants in einem guten Kontakt. Auch wenn man nicht täglich telefoniert, E-Mails schreibt oder Nachrichten versendet, so wissen meine Merchants das ich existiere und andersherum genau so. Diese Kommunikation zwischen Advertiser und Publisher finde ich persönlich sehr wichtig und sollte auch von anderen so angesehen werden. Vor allem von den Merchants, die ja schließlich mit den Affiliates gewinnen können.

Außerdem könnte man als Unternehmen, welches eine Affiliate-Agentur für die entsprechenden Aufgaben beauftragt, über die Affiliates erfahren, ob die Agentur die gebuchten Leistungen bzw. die bezahlte Arbeit auch durchführt und ob die Publisher mit der Arbeit der Agentur zufrieden sind.


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