Affiliate-Marketing Grundkurs: Teil 5 – Netzwerk oder InHouse?

In diesem, dem fünften, Teil meines Affiliate-Marketing Grundkurses möchte ich einen Blick auf Partnerprogramm-Netzwerke und InHouse-Partnerprogramme werden. Ich habe schon einmal über die Vor- und Nachteile geschrieben, auf die ich daher in diesem Artikel nicht mehr so stark eingehen möchte. Dieser Teil wird recht kurz gehalten, stellt einige Affiliate-Netzwerke vor und behandelt kurz die gesamte Thematik der beiden Varianten.

InHouse-Partnerprogramme

InHouse – welche komisches Wort. Es beschreibt die Abwicklung “im Hause”, also die Bearbeitung des Partnerprogrammes durch eigene Ressourcen. Die InHouse-Partnerprogramme werden von Merchant selber angeboten, meistens ohne dass eine Agentur dazwischen geschaltet wurde und eben außerhalb eines Partnerprogrammes. Für den Merchant hat dies den Vorteil, dass er sich nicht nur die Technik aussuchen kann, sondern auch das System, wenn er es nicht selber programmiert (oder programmieren lässt). Außerdem gibt es hier uneingeschränkte Möglichkeiten der Erweiterung des gesamtem Programms und Systems. Hier ist der Merchant auch zu Hause und kann, solange er sich an die Rechtssprechungen hält, tun und lassen was er möchte. Beschränkungen durch Geschäftsbedingungen oder Regeln eines Affiliate-Netzwerkes gibt es hier keine.

Aber auch für den Affiliate herrschen oft durch Inhouse-Partnerprogramme Vorteile: Hier locken öfters höhere Provisionen, weil der Merchant keine Gebühren an das Netzwerk zahlen muss. Außerdem ist der Kontakt zu Merchant schneller und einfacher hergestellt, was wiederum weitere Vorteile bedeuten kann. Ein sehr bekanntes und von vielen gelobtes InHouse-Partnerprogramm wird von Check24 betrieben: Hier stimmt die Technik, der Support und alles drum herum.

Affiliate-Netzwerke

Kommen wir zu den Affiliate-Netzwerken, weil es nicht all zu viel über die InHouse-Partnerprogramme zu berichten gab. Auch die Netzwerke bieten Vorteile, besonders für den Affiliate. Aber Netzwerke sind auch ein Stück undurchsichtig und erschweren die Arbeit, denn bis manch ein Merchant die Bewerbung zu einem Parterprogramm angenommen hat, vergeht einiges an Zeit.

Ein sehr beliebtes Netzwerk für Anfänger ist SuperClix: Einmal angemeldet, kann ich mit allen meiner vielen Webseiten jedes beliebige Partnerprogramm bewerben. Auch wenn die gesamte Struktur des Netzwerkes für Anfänger etwas unübersichtlich ist, blickt man nach wenigen Wochen schnell durch das System durch. Der Vorteil des Netzwerkes: Ich brauche mich nicht für jedes Partnerprogramm zu bewerben, wie man es von anderen Affiliate-Netzwerken kennt. Nach der Anmeldung kann ich so gut wie jedes der vielen Partnerprogramme auf allen meinen Webseiten bewerben und Geld verdienen. Leider gibt es hier zwar viele Partnerprogramme, aber nur wenige davon von wirklich großen Unternehmen, die mehr Vertrauen dem Kunden gegenüber ausstrahlen.

Ein weiteres, sehr beliebtes Netzwerk ist Affilinet. Hier finden sich größere Unternehmen wie etwa Zalando, Otto, Strato, T-Mobile, und, und, und. Problematisch finde ich nur, dass ich für themenfremde Seiten jeweils einen neuen Publisher-Account beantragen muss. Ein kleines Beispiel, welches auch in den FAQ von Affilinet zu finden ist: In meinem Benutzerkonto habe ich eine Webseite zum Thema Autos eingetragen. Habe ich eine zweite, themenrelevante Webseite, wie zum Beispiel zum Thema Formel 1, kann ich diese als weitere Traffic-Quelle meinem bestehenden Account hinzufügen. Habe ich jetzt aber eine Seite zum Thema Reisport, funktioniert dies nicht. Dann ist es nötig, einen zweiten Account zu eröffnen, der bei gleichen Personaldaten und Bankdaten zu meinem ersten Account (der mit der Auto-Webseite) verlinkt wird. Zwar werden die Auszahlungen zusammengefasst, aber ich habe auf einem Portal mehrere Accounts, wobei man hier recht schnell den Überblick verliert.

Bei Zanox und Belboon, zwei weiteren großen Affiliate-Netzwerken, ist dies ähnlich, nur eben geschickter gelöst: Hier lege ich ein Benutzerkonto an, in den ich auch verschiedene Webseiten eintragen kann. So kann ich in einem Account zwischen den Webseiten hin und her wechseln, neue Partnerprogramme finden und mich für diese Bewerben, sowie aktuelle Werbemittel suchen. Diese Lösung finde ich geschickter, da ich nur einen Account habe, in dem ich der Herr über meine eingetragende Webseiten bin. Auch hier werden die Auszahlungen zusammengefasst. Auch bei Zanox und Belboon muss ich mich bei den gewünschten Merchant bewerben, bevor ich diese auf meinen Webseiten bewerben kann. Nur mit einer Zusage der Merchants ist es auch möglich, an die Werbemittel und Links zu gelangen.

Weitere Affiliate-Netzwerke sind WebGains, AdCell, TradeTracker und TradeDoubler. Es gibt noch deutlich mehr, aber meistens deckt man mit all diesen Netzwerken die meisten Merchants ab.

Affiliate-Netzwerke: Hier zahlen die Merchants nicht einzeln aus

Der größte Vorteil an einem Netzwer ist wohl der, dass ich mit nur einem Account Zugang zu einer großen Palette an Merchants erhalte. Ich benötige also nicht 1000 Accounts für 1000 Partnerprogramme, wie es bei der Anzahl an InHouse-Partnerprogrammen der Fall wäre. Das gleiche gilt aber auch bei den Auszahlungen im einem Netzwerk: Hier zahlt das Netzwerk aus und nicht die Merchants. Diese leiten den Betrag einfach nur an das entsprechende Netzwerk weiter und zahlen deren Rechnung. Das Geld und die Gutschrift kommt aber vom Netzwerk und wird aus allen Partnerprogramme zusammengefasst.

Das bedeutet: Bewerbe ich 10 Merchants und habe im Monat für jedes Partnerprogramm glatte 5 Euro verdient, erhalte ich von Netzwerk eine Gutschrift über (10×5=) 50 Euro, sowie die entsprechende Auszahlung auf mein Konto. Würde ich 10 InHouse-Partnerprogramme bewerben und hätte dort mit jedem 5 Euro verdient, wäre erstmal fraglich, ob ich überhaupt die Auszahlungsgrenze erreicht habe. Nehmen wir an, es gäbe keine, würde ich 10 verschiedene Überweisungen auf mein Konto und 10 dazugehörige Gutschriften erhalten. Das wäre nicht nur nervig, sondern auch sehr viel Papierkram für den Steuerberater bzw. dem Finanzamt.

Fazit – Jeder muss sich selbst entscheiden

Im Endeffekt muss sich jeder selber entscheiden, ob er einem Netzwerk beitreten möchte, oder ob er doch lieber ein InHouse-Partnerprogramm wählt. Natürlich bietet nicht jeder Merchant ein selbst gehostetes Partnerprogramm an. Es gibt aber auch Merchants, bei denen gibt es nur das die InHouse-Lösung. Und manche Merchants, wie zum Beispiel Check24, wählen beides und betreiben ein InHouse-Partnerprogramm sowie ein Partnerprogramm im Netzwerk.


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