6 Tipps von Jason Calacanis für den Start Ihres Startups

Jason Calacanis ist ein echter, amerikanischer Internet-Pionier. Das erste Unternehmen des heute 43-Jährigen war Teil des beginnenden New Yorker Dot-Com-Booms und pflasterte ihm einen goldenen Weg: Weblogs, Inc., Netscape.com, Sequoia Capital, Mahalo.com, ThisWeekIn.com, LAUNCH und Dyn sind nur die Bekanntesten seiner stets erfolgreichen Projekte. Auf seinem Blog calacanis.com berichtet der Unternehmer mit einem Abschluss in Psychologie über aktuelle Trends, seine neuesten Projekte und die Entwicklungen der amerikanischen Online-Branche.

Auf LinkedIn berichtete Jason Calacanis kürzlich über die Startphase seines neuen Projektes Inside.com und gab dabei sechs wertvolle Tipps, die auch anderen Unternehmern auf ihrem Weg zum Erfolg helfen können:

 

Viele von euch wissen bereits, dass ich gerade an meinem neuen Startup-Projekt Inside.com arbeite. Bald kann Inside.com starten – und ich liebe es!

Ihr könnt das Projekt unter https://angel.co/inside und http://www.twitter.com/inside verfolgen.

Die Beta-Phase startet diesen Sommer und der endgültige Starttermin ist (hoffentlich) schon in diesem Herbst. Es läuft großartig und es fühlt sich an, als hätte alles, was ich in meinem ganzen Leben jemals gebaut habe – von “Silicon Alley Reporter” über “Engadget” bis hin zu “TechCrunch50/LAUNCH” und “This Week in Startups” – mich zu diesem einen Punkt geführt.

Wenn ihr mehr über meine Startups erfahren möchtet, könnt ihr euch hier für den Newsletter eintragen: http://launch.co/email.

In den letzten zwei Wochen haben sich fünf der wichtigsten und cleversten Branchenexperten meine Entwürfe angesehen. Und es hat sie nicht nur vom Hocker gerissen, sondern es haben bis auf eine Person alle angeboten, hier und jetzt in mein Projekt zu investieren! Dieses Gefühl, einen richtigen Treffer gelandet zu haben, ist großartig.

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr beim Poker die beste Hand überhaupt habt und es nicht abwarten könnt, eure Karten auf den Tisch zu werfen und alle umzuhauen? Genau so fühle ich mich im Moment. Falls ihr noch nie Poker gespielt habt: Es fühlt sich an, als hättet ihr wirklich hart für etwas gekämpft und nun steht die Trophäe in greifbarer Nähe direkt vor euch – ihr müsst nur zugreifen.

Die beste Hand, Baby!

Es gibt kein schöneres Gefühl, wenn man ein Startup aufbaut! Und deshalb habe ich hier für euch sechs wichtige Regeln, damit ihr euch bald genauso fühlen könnt:

1. Verkaufe das Versprechen: Es gibt zwei ideale Zeitpunkte, um Geld für ein Startup zu sammeln: vor dem Start und während der stärksten Wachstumsphase. Vor dem Start verkaufst du deine Vision, die aber nicht messbar ist. Daher ist diese Variante die Beste für dich als Gründer, schließlich kann dein Investor keine Zahlen bemängeln, die es nicht gibt!
Und nach dem Start? Lieber nicht, dann sieht sich der potentielle Investor vielleicht die Zahlen an und denkt “Das geht nicht gut.” Andererseits muss ich sagen, dass ich selbst nicht nach Investoren suche.

2. Suche nicht nach Geld, sondern nach Rat: Wenn du nach Geld fragst, bekommst du gute Ratschläge, also suche nach guten Ratschlägen, um Geld zu bekommen. Ich selbst bleibe dabei, dass ich kein Geld sammle, aber lasst uns ehrlich sein: Auf die ein oder andere Art versuchen wir alle, Geld von Personen zu bekommen, die unserem Projekt einen echten Mehrwert bieten.

3. Sammle alle Ratschläge und schreibe sie dir auf: Auf meinem Schreibtisch liegen stapelweise Notizen aus Meetings mit sehr intelligenten Leuten. Ich stelle ihnen ganz kurze Fragen und notiere mir die Antwort: “Was meinst du dazu?”, “Was (an meinem Konzept) magst du am liebsten?”, “Was magst du am wenigsten?”, “Würdest du dieses Produkt benutzen? Wenn ja, wie?” und “Wer, glaubst du, kann mir qualfiziertes Feedback geben?”. Dieser letzte Punkt ist besonders hilfreich, weil man auf diese Weise sehr gut Beziehungen aufbauen kann: “Oh, du meinst also, Michael Moritz würde das auf Digg markieren? Vielleicht kannst du uns einander vorstellen?” Und schon verwandelt sich der gute Rat in einen echten Fortschritt.

4. Führe eine Doppelblind-Studie mit deinem Design durch: Die Welt ist von Design getrieben, vor allem im Moment. Deshalb sind die besten Produkte die, die das beste Design haben und gleichzeitig ein Problem lösen. Deshalb rate ich zu einem Doppelblind-Test, bevor deine Webseite online geht. Gib zwei unabhängigen Designern deine Produktanforderungen und lasse sie deine Seite testen, so dass du am Ende zwei differenzierte Meinungen hast. Das habe ich bereits hinter mir und suche gerade auf dribble.com und behance.net nach weiteren Design-Ideen. Das wird etwa 2 000 bis 10 000 Dollar kosten, doch dieses Geld ist es definitiv wert.

5. Nimm dir Zeit: Wir haben uns jede Menge Zeit gelassen, um ausgiebig zu testen und das Produkt fertig zu stellen. Wir halten uns nicht an das bekannte “Lean Startup”-Prinzip [sich nur auf den Kern des Projektes zu konzentrieren und möglichst schnell online zu gehen]. Nein, wir wissen, dass wir ein Killer-Produkt haben und wir tun all diese “versteckten” MVP-Dinge [Minimum Viable Product] wie z.B. Facebook-Traffic aus einer Stadt im mittleren Westen zu kaufen und tausend Nutzer zu einer versteckten Seite zu schicken. Wir wollen, dass alles perfekt ist. Natürlich wird es das niemals sein, aber wir hätten es gerne so – deshalb nehmen wir uns alle Zeit der Welt.

6. Plane den großen Start: Du hast nur einmal die Möglichkeit, dein Projekt mit viel Getöse zu starten, also mach es richtig! Gerade bekomme ich jede Menge Mails und Twitter Follower, ohne auch nur einmal mit der Presse gesprochen zu haben. Da wir uns dem Veröffentlichungstermin immer weiter nähern, gebe ich jetzt immer mal wieder ein paar Hinweise auf den Status und die Optik des Projektes, um dann zu fragen, wer an der geschlossenen Beta-Phase teilnehmen möchte. Best Practice gefällig? Dann seht euch an, wie die App “MailBox” ihr Reservierungssystem gehändelt hat. Alternativ könnt ihr auch LaunchRock ausprobieren.

Das waren alle Tipps, die ich im Moment für Statups in der Start-Phase habe. […]

Alles Gute, @jason

 

Quelle hier


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